Aktuelles

Dass Musik eine Gottesgabe ist, weiß man seit Martin Luther. Auch dem Rebensaft werden himmlische Verbindungen nachgesagt. Was liegt also näher, beide Genüsse zu vereinen, auf höchst ungewöhnliche Weise und sehr direkt. Dazu tritt der international gefeierte Virtuose Thomas Fritzsch zu einem Klangversuch mit seinem historischen Instrument an.

Ausgesucht hat der Wahl-Freyburger Fritzsch dazu Telemanns Fantasien für Viola da Gamba, die durch ihn 2015 entdeckt wurden. Die produzierte Ersteinspielung berührt die Herzen und brachte dem renommierten Solisten einen Echo-Klassik-Preis ein. „Ich weiß, dass sich Schallwellen in Flüssigkeiten bestens fortpflanzen und Moleküle zum Schwingen bringen können“, ist sich Thomas Fritzsch sicher. Nun geht er der Frage nach, ob diese barocke Musik nicht auch Wein in seiner Ausbauphase positiv beeinflussen vermag.

Das wurde auch schon an anderen Orten der Welt probiert, jedoch bislang unseres Wissens nur mit äußeren Schallquellen. In der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut eG aber gehen die Akteure einen Schritt weiter. Zunächst wurde ein noch leeres Holzfass innen mit einem speziellen Unterweinlautsprecher bestückt. Dazu musste sich Kellermeisterin Kathleen Romberg durch das seeeehr enge Mannloch zwängen. Solche Lautsprecher bringen gegenwärtig in der Toskana Therme Bad Sulza den einzigartigen Liquid Sound zu Gehör. Der mit Wasser gefüllte Konzertsaal übt auf Badende eine entspannende Magie aus. Das erhofft sich deren Erfinder Micky Remann, Kulturdirektor der Toskana Therme, auch für den Wein.

Um herauszubekommen, ob und wie die Klänge von Telemann auf den Grauburgunder wirken, ging das Experiment weiter, das Fass wurde mit 2700 Litern 21er Grauburgunder von der Seeburger Himmelshöhe gefüllt. Der Gambenvirtuose hat zunächst am 18. Januar live seine Telemann-Fantasien vis-à-vis erklingen lassen. Anschließend wurde der Mitschnitt dieses Konzertes nach einem raffinierten Spielplan regelmäßig über den inneren Lautsprecher an den Wein abgegeben.

Parallel dazu reifte in einem identischen Holzfass identischer Grauburgunder ohne Beschallung. Zum Finale am 26. April schlug dann die Stunde der Wahrheit, die Weine wurden von einem weininteressierten Publikum und einer Fachjury gegeneinander verkostet. Mit dabei ist war auch die Weinbruderschaft Saale-Unstrut e.V., die dieses spannende Projekt auch finanziell unterstützten.

Der beschallte Wein wurde mit knapp 13 zu 12 Stimmen vom Publikum favorisiert. Er ist zwar weniger intensiv im Aroma als der nicht beschallte Wein, konnte aber durch seine leichte, harmonische Art überzeugen. Die Fachjury wiederum hat mithilfe eines professionellen 5-Punkte-System den nicht beschallten Wein besser bewertet. Aber auch dieses Ergebnis war knapp. Der gewünschte Effekt ist auf jeden Fall eingetreten: ein Unterschied war eindeutig riech- und schmeckbar.

Der Klang-Wein sowie der entsprechende Vergleichswein ist ab sofort in unserer Weingalerie und im Onlineshop erhältlich. Das Doppelpack (Klang-Wein + Vergleichswein) in 0,5 l-Flaschen kostet 18,00 €.

Aufzeichnung des Konzertes vom 18. Januar: Youtube